Simonas Kaffeeblog

Simona Meiler, Schweizer Snowboardcross Fahrerin

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

Egal ob Sofia, Seoul oder Moskau. An jedem Wettkampfort erkunde ich die lokale Kaffeeszene. Ich gönne mir mit den Abstechern in Cafés eine kleine Auszeit vom Sportleralltag und tanke bei gutem Kaffee meine Batterien für die anstehenden Rennen.

Klar Prioritäten: Snowboarden und Essen

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

«Essen wir etwas in der Stadt und sehen uns dann den Roten Platz an?», schlägt Karin vor. «Ja, Essen, unbedingt. Ich hab einen Bärenhunger», stimmt Jerôme zu. «Was wollt ihr essen?», hakt Karin nach. «Egal, einfach keine Pizza. Burger wäre fein. Oder Sushi», findet Kalle. «Ich schau mal auf Tripadvisor, was es in der Nähe des Roten Platzes gibt», übernimmt Karin die Reiseleitung.

Unser Wettkampfalltag im Ausland wird von folgenden Prioritäten diktiert: Snowboarden und Essen. Nach Trainings, Qualifikation oder den Finals müssen wir hungrigen Sportler erst einmal etwas in den Magen bekommen. Danach warten Physiotherapie, aktive Erholung, Videoanalyse, Meetings und ein klein wenig Freizeit auf uns. Diese Zeit verbringe ich bevorzugt mit einem Abstecher in die jeweilige Stadt oder das Dörfchen, wo unser Wettkampf stattfindet. Das Ziel sind Sehenswürdigkeiten, manchmal Läden und immer Cafés.

Sehenswürdigkeiten und Kaffee

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

«Wer kommt mit auf einen Kaffee?», frage ich auf dem Roten Platz in die Runde. «Ich geh lieber zurück ins Hotel. Habe die letzten drei Folgen "Manhunt“ auf Netflix noch nicht gesehen», legt Jerôme seinen Plan offen. «Ich bin dabei, muss aber ab 17:00 Uhr behandeln», meint Karin, unsere Physiotherapeutin. «Das Selfie vor der Basilius Katherale haben wir, den Kreml auch gesehen. Ich komme mit», schliesst sich Lara an. Zu dritt schreiten wir los in Richtung Metrostation. Das Café, das ich ins Aug gefasst habe, ist zwei Stopps vom Zentrum entfernt. Double B, eine Specialty Coffee Kette aus Russland. Einen Namen gemacht hat sich Double B mit hoher Kaffeequalität, mehrfachen Auszeichnungen an russischen Brewing Wettkämpfen und einem Vize-Weltmeistertitel bei den Röstmeisterschaften im Jahr 2016.

Specialty Coffee für mein Team

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

«Was hatten wir in Sofia. Flat White, oder?», versichert sich Lara. «Ja, du hattest einen Flat White, Karin hat Filter gewählt», erinnere ich mich. «Ich bleibe dabei», antwortet Lara. «überrasche mich», fordert Karin. Ich bestelle einen gewaschenen Kenya und Natural aus Costa Rica und den Flat White für Lara. «Aeropress, V60 oder Bonavita?», fragt die Barista. «V60, gerne», präzisiere ich die Filterkaffee Bestellung.

Wir nehmen Platz und besprechen unsere bisherigen Eindrücke von Moskau. «Flat White und eure Filterkaffees», die Barista stellt die Getränke vor uns auf den Tisch. «Versuch mal den Unterschied der beiden Kaffees herauszuriechen», fordere ich Karin auf. «Hmm, schwierig», Karin beugt sich konzentriert über die Tasse. «Orientiere dich an einer groben Richtung. Was sticht heraus? Süsse, Säure, fruchtige Noten?», helfe ich weiter. «Dieser ist süsser und der hat eher was Beeriges», Karin zeigt zuerst auf den Costa Rica und danach auf Kenya. «Nicht schlecht!» nicke ich anerkennend. Es freut mich, wenn ich meinem Team die Augen resp. Nasen und Geschmackssinn für guten Kaffee öffnen kann.

Eintauchen in eine andere Welt

Weltweit auf der Suche nach gutem Kaffee

Die kleinen Abstecher in die lokalen Cafés oder kleinen Röstereien gehören mittlerweile fest zu meinem Wettkampfalltag. Sobald ich den nächsten Wettkampfort kenne, informiere ich mich über die Kaffeeszene vor Ort. Instagram ist eine gute Informationsquelle. Die Beste bleibt aber das internationale Specialty Coffee Netzwerk. Ich frage Freunde nach Tipps, die Kontakte zu Kaffee Fachleuten in scheinbar jedem Winkel der Erde haben. So klein und überschaubar der Snowboardcross Weltcupzirkus ist, so familiär scheint die Specialty Coffee Szene.

Die Momente in kleinen Röstereien, die Gespräche mit Baristas und die neuen Entdeckungen sind eine willkommene Abwechslung zum Snowboarden. Ich tauche für eine Weile in eine andere Welt ein. Für mich sind das Momente der Entspannung, Freude und des Genusses.

Immer schneewärts,
Simona

www.simonameiler.ch →